
In welchem Alter beginnt man am besten mit einer
kieferorthopädischen Behandlung?
Im Allgemeinen beginnt die Behandlung im späten Wechselgebiss, das
heißt, wenn die seitlichen Milchzähne wechseln. Das ist im Alter von
zirka 9–11 Jahren. Einige Fehlstellungen, wie zum Beispiel Kreuzbisse,
lutschoffene Bisse oder große Stufen zwischen Ober- und Unterkiefer
werden bereits im Alter von 6–9 Jahren therapiert. Sollten Sie unsicher
sein, gilt grundsätzlich: lieber einmal zu früh vorgestellt, als zu spät.
Kommen Sie vorbei und wir können den optimalen Zeitpunkt für den
Behandlungsbeginn für Ihr Kind bestimmen.
Können auch Erwachsene noch mit einer Spange behandelt werden?
Natürlich. Voraussetzung ist ein parodontal gesundes Gebiss, dann ist fast
jede Zahnbewegung möglich. Bei großer Bisslageabweichung kann im
Unterschied zur Kinderbehandlung eine kombinierte kieferchirurgische
Therapie notwendig sein. Schiefstehende Frontzähne werden immer noch
sehr häufig überkront. Das muss nicht sein. Lassen Sie sich über kiefer-
orthopädische Alternativen durch uns beraten. Die moderne Kieferorthopädie
bietet heute moderne Behandlungsmittel (z.B. Invisalign, Lingualtechnik).
Wie lange dauert eine kieferorthopädische Behandlung?
Die Dauer der Behandlung ist von vielen Faktoren abhängig, wie zum
Beispiel Schwere der Fehlstellung, Art der Spange, Gewebereaktion und Mitarbeit des Patienten. Im Allgemeinen sollte man bei Kindern mit einer
aktiven Behandlungszeit von 3 Jahren rechnen. Die Dauer der anschließenden
Stabilisierungsphase kann sehr unterschiedlich lang sein und muss deshalb
vom Behandler individuell für jeden Patienten festgelegt werden.
Bekomme ich eine feste oder eine lose Spange?
Beide Spangentypen haben in der modernen Kieferorthopädie ihre Berechtigung. Während die lose Spange vorwiegend im Wechselgebiss eingesetzt
wird, kommt die feste Spange erst zum Einsatz, wenn (fast) alle bleibenden
Zähne vorhanden sind. Die Kombination beider Spangen entscheidet über eine
effiziente Behandlung.
Müssen die Weisheitszähne entfernt werden?
Weisheitszähne haben häufig keinen Platz. Warum ist das so? Im Laufe der
Entwicklung haben sich die Kiefer immer mehr zurückentwickelt. Das heißt,
der Kiefer wird bei gleich bleibender Anzahl von Zähnen immer kleiner.
Außerdem gibt es bedingt durch die weiche Nahrung kaum noch Abnutzung
zwischen den Zähnen (Attrition), welche Platz zum Nachrücken des Weisheitszahnes schafft. Ob die Weisheitszähne im Einzelfall entfernt werden müssen,
wird oft erst zum Abschlussgespräch der kieferorthopädischen Behandlung
besprochen, da diese Zähne erst im Zeitraum von 16–25 Jahren durchbrechen.
Jahrelanger Spangenträger gewesen – jetzt ist alles wieder schief!
Wie kann das sein?
Verschieben sich bereits korrigierte Zähne erneut, spricht man von einem
Rezidiv. Die Ursachen sind vielschichtig: Ein entscheidender Faktor ist die
ursprüngliche Zahnstellung, waren die Zähne stark gedreht oder gekippt,
dann ist die Rezidivwahrscheinlichkeit sehr hoch. Grund ist hier die Dehnung
der Bänder im Zahnhalteapparat durch die Zahnkorrektur, die erst nach vielen
Jahren nachlässt. Ein weiterer Aspekt ist das Restwachstum des Unterkiefers
auch nach dem 18. Lebensjahr, sowie die lebenslange Drift der Seitenzähne
nach vorn. Das zeigt die Notwendigkeit einer geeigneten Rezidivprophylaxe
(Dauerretainer, Positioner, Hawley Retainer).
Ist es normal, dass die Zähne am Anfang wehtun?
Ja, durch den Druck auf die Zähne, können Empfindlichkeiten bis zu einer
Woche Dauer auftreten. Falls trotz weicher Nahrung die Beschwerden zu
unangenehm sind, kann ein mildes Schmerzmittel (Paracetamol) helfen.